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Sonntag, 27. Mai 2007

Gedanken an einen Freund


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Mira - #1 - 27.05.2007 22:49 -

Liebe Mari, ich glaube, Du hast Dir da etwas sehr schweres vorgenommen. Wenn Dein Freund erkannt hat, dass er suchtgefährdet oder gar suchtkrank ist, und wenn er Hilfe möchte, dann hast Du eine Chance, ihm helfen zu können. Leider sind die meisten Betroffenen aber nicht in der Verfassung, sich selbst [und erst recht anderen gegenüber] ihre Sucht einzugestehen. So lange dieser Schritt nicht getan ist, mach Dir bitte keine Illusionen, denn so lange kannst Du nicht helfen. Ich spreche aus eigener bitterer Erfahrung. Ich war beide Male eine Freundin, einmal hätte ich vielleicht sogar mehr sein können, als dies. Beide Male hat der Zug nach nirgendwo den Bahnsteig verlassen, ohne dass ich etwas tun konnte.

Ulrike - #2 - 28.05.2007 01:31 -

oje, liebe Mari - auch wenn es sehr schwer ist: helfen ist nicht, bevor nicht um Hilfe regelrecht gebettelt wird. Und selbst dann nicht ... Helfen können sich die Betroffenen letztlich leider nur selber, gestützt auf gute Fachleute (und die zu finden ...). Ich habe lange geglaubt, helfen zu können ... bis ich begriff, dass er für mich normal war, wenn er seinen Mindestpegel schon erreicht hatte. Bis ich begriff, dass es Alkoholika gibt, die keine Fahne verursachen etc. Bis ich begriff, zu welchen Tricks und Ausreden gegriffen wird, um die Sucht und besonders den Rückfall zu verschleiern. Bis ich begriff, dass es immer so weiter gehen würde - solange noch jemand da ist, der helfen will! Und die Erkenntnis war die schwerste! Und es durchzuführen, war noch schwerer. Zum Glück gibt es die Anonymen Alkoholiker, die auch den Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite stehen; sie kann ich nur wärmstens empfehlen! Dank ihrer Hilfe bin ich der Hölle entronnen, die mein Ex-Mann uns mit seiner Sucht bereitet hat. Ihm konnten sie nicht helfen, weil er immer wieder Hilfe findet ... Tut mir leid, liebe Mari - aber sei für ihn da, wenn er es geschafft hat! Denn dann ist Hilfe wirklich angebracht - auf dem schweren Weg zurück in die ach so normale Welt. Liebe Grüße von Ulrike

Mari an Mira und Ulrike - #3 - 28.05.2007 05:48 -

Wisst Ihr eigentlich wie froh ich bin, dass Ihr mir überhaupt auf meine Frage antwortet? ... Ich habe 2005 schon einmal versucht darüber zu reden ..., diesen Artikel werde ich hier heute wieder hoch holen ... Ich glaube es ist ein Thema das so viele Menschen betrifft, Männer und Frauen - Angehörige, Freunde ... Man steht so hilflos daneben, zumindest geht es mir so ...


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